Das grosse Ragazer Bibelquiz

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Zahlen & Daten
Das Ragazer Bibelquiz umfasste bis zu seiner Abschaltung 1'109 Fragen aus der Luther-Bibel.

Beim Ragazer Bibelquiz spielten vom 9. August 2003 bis im Laufe von 2008 total 29'495 Teilnehmer total 57'220 Bibelquiz-Runden und beantworteten dabei 953'340 Fragen.

Seit 23. Mai 2004 wurden 60'135 biblische Kreuzworträtsel heruntergeladen.

Seit 30. März 2006 besuchten 324'575 Interessierte diese Website.

Letztes Update
Diese Website wurde am 26.02.2012 letzmals aktualisiert.
Sie interessieren sich für die Bibel? Haben Sie sie schon einmal aufmerksam von vorne bis hinten gelesen? Oder halten Sie sich lieber an das, was Ihnen in der Kirche und anderswo an wunderschönen und doch immer so treffenden Bibelworten entgegen gebracht wird?

Und Hand aufs Herz: Haben Sie sich je Gedanken darüber gemacht, ob die Bibel eine tragfähige, ja die letztverbindliche Grundlage unserer Ethik und Moral sein kann?

Skepsis ist angebracht

Diese Frage nach der Grundlage ist durchaus berechtigt, denn 250 Jahre Bibelforschung haben den "Wort-Gottes-Lack" doch schon etwas matt und brüchig werden lassen. "Es gibt einfach zu viele Fälle, bei denen wir eingestehen müssen: Was hier als ein bestimmtes geschichtliches Ereignis erzählt wird, hat sich so nicht abgespielt ...", wie der katholische Theologe Meinrad Limbeck erstaunlich freimütig zugibt.

Die Erkenntnis, dass nicht alles in der Bibel für bare Münze zu nehmen ist, die ist natürlich nicht wirklich neu. Schon Papst Leo X. (1475-1521) bekannte: "Wieviel dieses Märchen von Christus uns und den Unseren genützt hat, ist allbekannt."

Kann ein Buch, dessen Wahrheitsgehalt so zweifelhaft ist, wirklich Grundlage für unsere Moral sein? Würden Sie denn beispielsweise einem stadtbekannten Lügner und Betrüger vertrauen, wenn er einen Vortrag über 'Ehrlichkeit und Vertrauen' hielte?

Mit Tod und Untergang bestrafen

Auch wenn die vielen kleinen und grossen Unwahrheiten, die Märchen, Lügen und heidnischen Mythen in der Bibel dazu beitragen, dieses 'Buch der Bücher' als moralische Instanz fragwürdig werden lassen, gibt es tiefgreifendere Gründe. Es sind die vielen oft bis ins Detail beschriebenen biblischen Gewalttätigkeiten, die unzähligen physischen und psychischen Grausamkeiten, die diese sogenannte Heilige Schrift als Grundlage für ein akzeptables humanitäres und moralisches Verhalten, ja als letzte ethische Autorität inakzeptabel machen.

Auch der frühere Dekan der renommierten theologischen Fakultät der Uni Innsbruck, der katholische Theologe und Jesuit Raymund Schwager, macht hinsichtlich der göttlichen Barbareien in seinem theologischen Standardwerk 'Brauchen wir einen Sündenbock?' niemandem etwas vor, wenn er unter anderem schreibt:

"Gott scheint eine heimliche Freude am Morden zu haben und im Blutrausch selber so blind zu werden, daß er Gerechte und Schuldige in gleicher Weise ausrotten will. ... An ungefähr tausend Stellen ist davon die Rede, daß der Zorn Jahwes entbrennt, daß er mit Tod und Untergang bestraft ... Jahwe liefert sein Volk Mördern aus. Er behandelt es wie Schlachtvieh. Er stachelt sogar Völker zu Kriegen und Bürgerkriegen auf ... Die Befehle Gottes zur Vernichtung wirken hie und da fast wie sadistische Anweisungen."

Die von Schwager angesprochenen Barbareien und Grausamkeiten kann jeder interessierte Gläubige beim aufmerksamen Lesen der Bibel selbst erkennen. Dazu braucht es kein Theologiestudium, dafür jedoch intellektuelle Redlichkeit. Das heisst, man muss bereit sein, sich über das Wesen dieses Gottes nicht länger etwas in die Tasche zu lügen, man muss willens sein, auch die unschöne Seite des Gottes, der bisher über allen Zweifeln erhaben schein, bewusst zu erkennen und als biblisch dokumentierten Fakt zu akzeptieren.

Verharmlosen, totschweigen und umdeuten

Leider liest die grosse Mehrzahl der Gläubigen selten oder nie in der Bibel. Das ist der Theologen- und Priesterschaft, den Predigern und Seelsorgern der unzähligen christlichen Glaubensrichtungen und Denominationen bestimmt nicht unangenehm. Früher verbot die Kirche ja sogar das Lesen in der Bibel. Nicht bibellesende Gläubige sind pflegeleicht, den solche begnügen sich mit dem, was kirchlicherseits an äusserst selektiv ausgewählten Bibelworten angeboten wird.

Seien Sie gewiss, dass bei der Auswahl durch Kirche und Klerus all das unter den Tisch fällt, was nicht ins Bild des allmächtigen, guten, liebevollen und gerechten Väterchen Gott passt. Falls man das eine oder andere nicht totschweigen kann, dann werden Bibelworte verharmlost, indem sie so lange umgedeutet und aus dem sinngebenden Kontext gerissen werden, bis sie letztlich auch irgendwie ins dogmatische christliche Lehrgefüge vom lieben Gott passen - selbst wenn dabei manches reichlich konstruiert erscheint.

So sieht der Gläubige, sogar wenn er gelegentlich (meist nur empfohlene) Verse und Kapitel selbst liest, die Bibel immer nur durch die berühmte rosarote Brille. Er nimmt sie nicht als das wahr, nein, besser, er kann sie nicht als das wahrnehmen, was sie tatsächlich ist, als ein an vielen Stellen von "primitiv-unkontrollierten Hassgefühlen, Rachebedürfnissen und Selbstgerechtigkeit bestimmter Text" so der Psychologieprofessor F. Buggle in 'Sie wissen nicht, was sie glauben'.

Bei derart unkritischen Gläubigen haben auch katastrophale Bibelstellen wie "Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert!" keine Chance, je ins Bewusstsein der Gläubigen zu gelangen, zumal für viele Menschen speziell in Glaubensfragen gilt: Was nicht wahr sein darf, das kann nicht wahr sein, das ist nicht wahr, das existiert nicht. Daher wird oft unbewusst, aber nichtsdestotrotz sehr konsequent herausgefiltert, was nicht ins Bild des ach so lieben Gottes passt. Solchen Filtern zum Opfer fallen sogar biblisch aufgeführte Menschenfressereien wie "So haben wir meinen Sohn gekocht und aufgegessen. ... Gib jetzt deinen Sohn her, damit wir ihn verzehren".

Göttlich verordneter Kannibalismus

Wer nun zu argumentieren versucht, sowas sei nur der abartigen Gedankenwelt zweier geistig verirrter Mütter entsprungen, dem seien die nachfolgenden Gräuelworte besonders zum Bedenken ans Herz gelegt. Im 5. Mose 28 nämlich droht Gott denen, die ihm nicht gehorchen und seine Gebote nicht halten, folgende Ungeheuerlichkeiten an:

"Du wirst die Frucht deines Leibes, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat, essen ... Ein Mann ... wird seinem Bruder und der Frau in seinen Armen und dem Sohn, der noch übrig ist von seinen Söhnen, nichts gönnen von dem Fleisch seiner Söhne, das er isst, ... Eine Frau unter euch wird dem Mann in ihren Armen und ihrem Sohn und ihrer Tochter nicht gönnen die Nachgeburt, die von ihr ausgegangen ist, und ihr Kind, das sie geboren hat; denn sie wird beides vor Mangel an allem heimlich essen ... Und wie sich der HERR zuvor freute, euch Gutes zu tun und euch zu mehren, so wird er sich nun freuen, euch umzubringen und zu vertilgen."

Was für ein Ungeheuer muss dieser Gott sein, der derartige Perversitäten anordnet?

Das neue Testament ist doch bestimmt weniger verwerflich, oder?

Mitnichten, denn auch das neue Testament vermag moralisch keinesfalls zu überzeugen. Wie sollte es auch, denn es hat - so wenigstens wird behauptet - denselben Urheber, den gleichen unwandelbaren vollkommenen Gott wie das AT.

So verwundert es nicht, dass ausgerechnet im Zentrum dieses neuen Testaments ein grausames Menschenopfer steht. Der grosse, allmächtige und weiterhin blutrünstige Gott liess sich vor rund 2000 Jahren offenbar nur durch den qualvollen Kreuzestod seines angeblichen Sohnes dazu bewegen, sich endlich mit der von ihm geschaffenen Menschheit zu versöhnen.

Ganz abgesehen davon, dass dieser Gott allein für die Entstehung von Sünde und Tod verantwortlich ist: Was hat sich denn durch dieses unmenschliche Menschenopfer verändert? Rein gar nichts, die Erde ist unvollkommen wie eh und je und Menschen wie Tiere leiden und sterben wie zuvor.

Doch, etwas hat sich tragisch verändert: Wegen dieses (geglaubten) Menschenopfers frönten und frönen bis zum heutigen Tag Milliarden von Christen regelmässig einem abscheulichen rituellen Kannibalismus und meinen, sich so mit ihrer Gottheit vereinen zu können. Anscheinend geht auch die (fehlgeleitete) Liebe der Gläubigen zu ihrem Gottessohn durch den Magen ...

Hölle, Heulen und Zähneklappern

Zugegeben, im Neuen Testament geht es meist deutlich weniger blutig zu und her, wenn man die Offenbarung des Johannes unberücksichtigt lässt. Dafür ist der Inhalt des letzten Buches der Bibel jedoch derart grausam und blutig, dass man die Bibel allein seinetwegen verbieten müsste. Lassen wir die Offenbarung deshalb hier unbeachtet.

Für die Ausführungen hier reichen die verbleibenden Grausamkeiten des NT vollauf. Sie sind hauptsächlich psychischer Natur, übertreffen aber in ihrer Auswirkung diejenigen des AT bei weitem. Wurden im AT die ungläubigen Feinde Israels im AT "nur" mehr oder weniger brutal getötet oder abgeschlachtet, so werden im NT ungleich unmenschlichere und gnadenlosere Strafen eingeführt: Ewige, immerwährende, nie endende Qualen in der Hölle und im Feuer.

Im Gegensatz zum AT richtet sich die äusserst aggressive Intoleranz von Jesus und seinen Mit- und Nachlüufern nicht mehr nur gegen Feinde des Volkes Israel, sondern viel weiter gefasst nun gegen alle Nicht- und Andersgläubigen, auch gegen alle Juden, die die neue Lehre ablehnen. Die Beschimpfungen der Pharisäer durch Jesus sind dafür ein beredtes Exempel.

Jesus konterkariert seine vielgepriesene Liebesbotschaft und seine vorgebliche Vergebensbereitschaft selbst zuhauf, wenn er z.B. Strafen und Gräueltaten androht wie "Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.", "... wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.", "Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer ..." und "Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein." und auch nicht davor zurückscheut, ganze Städte wie Kapernaum zu verfluchen ("Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden.")

Ewige Verdammnis, ewiges Verderben, ewige Höllenstrafen ... grauenhafte Strafen sind auch für nur geringe "Vergehen" vorgesehen, wie es wiederum Jesus selbst aufzeigt: "Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein."

Wie bitte steht es denn da mit der vielgelobten Vergebungsbereitschaft bei diesem angeblichen Gottessohn?

Nicht nur Jesus, sondern auch Paulus, die prägende Figur des Christentums, hält mit Strafandrohungen nicht zurück, wie dieses Beispiel stellvertretend zeigt: ... Vergeltung zu üben an denen, die Gott nicht kennen und die nicht gehorsam sind dem Evangelium unseres Herrn Jesus. Die werden Strafe erleiden, das ewige Verderben ...". Petrus kann da natürlich nicht zurückstehen: "Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt."

Drohbotschaft statt Frohbotschaft

In Anbetracht derart vieler massiver Drohungen auch im Neuen Testament fällt es schwer zu glauben, dass Liebe und Vergebung dieses Testament prägen und sich die Menschen einfach nur durch Liebe zu Jesus Christus hin gezogen fühlen. Die angebliche Frohbotschaft ist durch und durch eine grausame Drohbotschaft, die Angst vor ewiger Verdammnis, vor ewigen Höllenstrafen, vor Heulen und Zähneklappern im Feuerofen schürt.

Derartige Angst wirkt meist unbewusst, jedoch ist sie eine extrem starke Triebfeder, und sie verhindert äusserst wirksam, dass Gläubige ihren Glauben, kirchliche Lehren und Dogmen und die Bibel als Grundlage des Glaubens zu hinterfragen riskieren. Zu tief verankert ist, dass Zweiflern und Ungläubigen schreckliche Strafen und ewige Höllenqualen drohen!

Und wer wegen seiner Zweifel oder gar durch gezielte Kritik an "Gottes Wort" andere Gläubige zum Abfall verführt, für den wäre es, so meint Jesus in Lk 17, besser, "dass man einen Mühlstein an seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer".

Man kann gar nicht genug herausstreichen, wie nett und lieblich Jesu Wort ist ...

Judenhass und Zwangsmissionierungen

Welche verheerende Auswirkungen besonders die aggressive Ablehnung Andersgläubiger, speziell der (nicht christusgläubigen) Juden durch Paulus und andere Schreiber des NT zeitigten, ist nicht nur im exemplarischen Judenhass eines Luther erkennbar, sondern wirkt sich aus bis in die unmenschlichen Grausamkeiten im Konzentrationslager Auschwitz und anderen Lagern des Hitler-Regimes.

Die ganze Wirkungsgeschichte der Bibel zeigt: Keine andere Aussage der Bibel hat sich so treffsicher erfüllt wie die Jesu-Worte "Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.". 2000 Jahre Hass und Verfolgung Andersgläubiger und Kritiker durch Christen, nicht selten unter dem Deckmantel der (zwangsweisen) Bekehrung, haben eine knöcheltiefe Blutspur durch die Geschichte bis in die heutigen Tage hinterlassen.

In Anbetracht dieser oft blutigen Bekämpfung Andersgläubiger erscheint es dem Verfasser dieser Worte als überaus zynisch, wenn sich heute speziell fundamentalistische Christen über Christenverfolgungen in Ländern beklagen, deren Völker (oder Teile davon) zuvor von Christen vielleicht gar zwangsweise und vielleicht nicht eben auf die sanfte Art missioniert wurden ...

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Die Bibel betont durchaus positive Werte wie typischerweise die sogenannte goldene Regel ("Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen") oder das Gebot der Nächstenliebe ("Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"). Das sind jedoch keine exklusiv biblischen Aussagen, sondern sie waren schon lange vor deren ersten Auftauchen in biblischen Schriften auch bei anderen Völkern und in anderen Kulturen als ethische Verhaltensregeln bekannt.

Wer die Bibel mit offenen Augen und aufmerksamem Geist liest und nicht länger gewillt ist, sich zu belügen und oder belügen zu lassen, der oder die wird erkennen: Die Bibel weist trotz positiver Aussagen derart gravierende ethisch-humanitäre Defizite auf, dass sie als moralisches Fundament völlig untauglich ist.

Aus diesem Grund stehen das Ragazer Bibelquiz und die anderen früher hier zur Verfügung gestellten Bibelrätsel nicht mehr zur Verfügung.

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